Aus- und Weiterbildungen im Bereich der Tiernaturheilkunde

Ernährungsberater für Hunde und Katzen mit Schwerpunkt BARF
BARF-Berater Was ursprünglich damit anfing, dass wir uns einfach Gedanken um das Futter unserer Hunde machen, entwickelte sich Stück für Stück zu unserem beruflichen Schwerpunkt. In der ausführlichen Ausbildung bei Swanie Simon von 2015 bis 2016 haben wir dann nicht nur die Anatomie und Physiologie des Verdauungstraktes von Hund und Katze detailliert kennengelernt. Wir haben den Nährstoffbedarf von trächtigen Tieren, Jungtieren, Ausgewachsenen oder Senioren und die essentiellen Nährstoffe in Lebensmitteln berechnet und die speziellen Zusammenhänge in der Ernährung kranker Tiere gelernt. Fortbildungen wie „Gekochtes Futter – Wenn BARF nicht geht“, „Blut- und andere Laborwerte bei der Futterplanerstellung“ oder „Diagnostik von Allergien“ ermöglichen uns, individuell stärker ins Detail gehen zu können, um die Ernährung optimal anzupassen.

Unsere Aufgabe als Ernährungsberater mit Schwerpunkt BARF besteht vor allem darin, Futterpläne („BARF-Pläne“ oder auch für gekochte Mahlzeiten) zu erstellen oder die aktuelle Rationsgestaltung zu überprüfen. Dabei passen wir die Fütterung an verschiedene chronische oder akute Erkrankungen, Altersgruppen, Rassen und individuelle Vorlieben an. Natürlich können wir auch allgemein die verschiedenen Futtermittel durchsprechen, euch einen Überblick ermöglichen und unterstützen, ein passendes Futtermittel zu finden, wir sind jedoch vom biologisch, artgerechten, rohen Futter (BARF) überzeugt und werden im Zweifelsfall immer in diese Richtung tendieren, denn eine artgerechte und ausgewogene Ernährung mit entsprechender Nährstoffversorgung ist der Schlüssel zur Gesundheit.

BARF-Berater Zertifikat
Wie kann man sich eine Ernährungsberatung vorstellen?
Fallbeispiel 1:
Beim letzten Tierarztbesuch wurde aufgrund des Verdachts einer Futtermittelunverträglichkeit empfohlen, eine Ausschlussdiät durchzuführen. Wir gehen mit euch die bisherigen Futtermittel detailliert durch, zeigen mögliche neue Proteinquellen für die Ausschlussdiät, besprechen die Symptome der Unverträglichkeit und wann welche Besserungen zu sehen sein sollten, erklären euch eventuell nötige Zusätze und das weitere Vorgehen im Anschluss.
Fallbeispiel 2:
Wir bekommen eine E-Mail mit der Bitte, einen Futterplan für einen Hundesenioren zu erstellen, der „einige Baustellen“ hat und der rohes Fleisch nicht verträgt.
Im ersten Schritt geben wir euch immer die Möglichkeit, einen Termin für ein persönliches Gespräch hier vor Ort zu machen. So können wir den Vierbeiner kennenlernen und im direkten Gespräch viele Fragen unkompliziert beantworten. Sollte ein Besuch nicht möglich sein, gibt es einen ausführlichen Fragebogen als PDF. Da werden dann allgemeine Angaben zum Vierbeiner, konkrete Fragestellungen zu Erkrankungen, Problemen und Verhaltensweisen, zum aktuellen Futter und euren Vorstellungen vom Futterplan angefragt.
In diesem Beispiel würde nach Auswertung des Fragebogens ein Dokument zusammengestellt werden, mit einem allgemeinen Überblick über und Tipps zum Kochen von Futter, der konkreten Zusammensetzung der Rationen mit bedarfsdeckenden Beispielrezepten inkl. Nahrungsergänzungen und Hinweisen zu individuellen Alternativen und Spielräumen innerhalb der Rezepte.
BARF-Berater Beispielrezept Beispielrezept bei Nierenproblemen unter Medikamentengabe
Fallbeispiel 3:
Ein 8 jähriger Mischling wird seit Jahren roh ernährt. Da der Vierbeiner recht mäkelig ist, bekommt er hauptsächlich Huhn und Pute mit Karotten. Innereien (Leber und Herzen) werden gerne gefressen, doch bei Geflügelknochen war man immer skeptisch und füttert dafür häufig Milchprodukte als Kalziumquelle. Es gibt hin und wieder etwas Olivenöl, aber keine anderen Zusätze. Nach einer Diskussion mit einem Tierarzt über eventuelle Mangelerscheinungen beim BARF soll nun die Ration überprüft werden.
Nachdem wir die übliche Einkauf- und Futterroutine besprochen haben, bitten wir den Halter für mindestens eine Woche ein Futtertagebuch zu führen. Mit diesen Daten vergleichen wir nun die offiziellen Bedarfswerte und die Nährstoffe, die im Futter zu Verfügung stehen. Es stellt sich in diesem Beispiel unter anderem heraus, dass die gefütterten Milchprodukte als Kalziumquelle nicht ausreichend sind, keine geeignete Jodquelle zu Verfügung steht und auch Vitamin D besser berücksichtigt werden muss. Die Fütterung wird daraufhin angepasst, es werden Geflügelknochenmehl, Seealge und fettreicher Lachs ergänzt.
Teilnahmebescheinigung Allergien
Teilnahmebescheinigung Impfungen
Teilnahmebescheinigung Laborwerte
Teilnahmebescheinigung Leishmaniose
TCVM - Traditionelle chinesische Veterinärmedizin

In der traditionellen chinesischen Veterinärmedizin gibt es verschiedene Ansätze und Therapieformen. Sie befasst sich als ganzheitliches Behandlungskonzept mit unterschiedlichen Bereichen des Lebens, berücksichtigt dabei gleichermaßen Körper, Geist, Energiefluss und Umweltbedingungen. Sie versucht die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und das innere Gleichgewicht wieder herzustellen. Dabei wird unter anderem mit Akupunktur, Kräuterheilkunde und Ernährungmanagement gearbeitet. An erster Stelle steht immer eine ausführliche Diagnostik chronischer oder akuter Prozesse. Zungen- und Pulsdiagnostik, Auswertung von Verhaltensweisen und Beschaffenheit von Körperabsonderungen und Kot geben Hinweise auf Disharmonien, also Mängel oder Überfluss.
TCVM


Meine persönlichen Erfahrungen mit TCVM
Ich sehe den besonderen Nutzen der TCVM darin, dass sie ganzheitlich arbeitet und Ausgleich und innere Harmonie herstellt. Die Basis der traditionellen chinesischen Medizin ist die Annahme, dass die Lebensenergie „Qi“ in bestimmten Leitbahnen durch den Körper strömt und so alle Organe miteinander verbindet. Die Therapieformen sind individuell, es geht um die Ursachenbeseitigung und nicht nur symptomatische Behandlung. Dabei gibt es natürlich „Krankheitsmuster“, also ähnliche Symptome, aber bei verschiedenen Grunderscheinungen, einem eigenen Gesamtbild. Eine ausgiebige Diagnostik hilft, den Schwerpunkt zu erkennen und passend anzusetzen.

Nahrung ist Medizin und Fütterungsmanagement ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Neben verschiedenen Inhaltsstoffen und dem Geschmack werden Futtermitteln unterschiedliche thermische Qualitäten und Wirkrichtungen zugesprochen. Sie können ebenso eingesetzt werden wie Kräuter und deren Wirkung verstärken. Beispielsweise braucht ein Hund, dessen Beschwerden bei heißem Wetter schlimmer werden, Kühlung, dementsprechend würden hier im Futterplan kühlende Lebensmittel ergänzt werden.

Unterstützend kann Akupunktur angewandt werden. Die Akupunktur gehört zu den sogenannten Regulationstherapien. In der chinesischen Medizin bedeutet Krankheit eine Störung im energetischen Gleichgewicht des Organismus. Die Aufgabe der Akupunkturbehandlung ist die Beeinflussung des Qi. Das Qi durchströmt den Körper in Leitbahnen, den sogenannten Meridianen. Durch das Behandeln bestimmter Akupunkturpunkten wird der Energiefluss des entsprechenden Meridians beeinflusst. Das Ziel der Akupunktur besteht im Lösen und Abbauen der Ungleichgewichte und Energiestauungen. Je nach Patient können Organe in ihrer Arbeit und Aktivität unterstützt, die Durchblutung gefördert, die Wundheilung verbessert, Narbengewebe gelockert oder Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Mein Schwerpunkt ist dabei die Laserakupunktur, die besonders für sensible Hunde geeignet ist, so kann ich Behandlungen von Tierarzt, Physiotherapeuten oder Osteopathen ergänzen.

Teilnahmebescheinigung Mykotherapie
Eine weitere Möglichkeit ist die Mykotherapie. Die Therapie mit Vitalpilzen unterstützt den Körper bei der Selbstheilung, sie setzt bei der Ursache der Erkrankung an. Das Ziel ist es, den Organismus wieder in Homöostase, also sein natürliches Gleichgewicht zu bringen. Pilze werden in der chinesischen Medizin traditionell zur Heilung und Linderung von Krankheiten eingesetzt, sie stabilisieren das Immunsystem, unterstützen beim Entgiften, wirken bei der Zellerneuerung mit und haben tumorhemmende Eigenschaften. Die Stärken der Vitalpilze liegen sowohl in der Unterstützung bei Erkrankungen, als auch in der vorbeugenden Behandlung.
Gemeinsame Übung beim Modul "Praxisseminar & Akupunktur"


Wie kann man sich eine TCVM-Behandlung vorstellen?

Fallbeispiel 1: Labradorhündin, 5 Jahre alt, 25kg schwer, mit regelmäßigem Durchfall und häufigen Magengeräuschen und Blähungen. Die genauere Anamnese ergibt unter anderem: Der Kot ist häufig sehr weich, matschig, manchmal flüssig, dann meistens direkt in Verbindung mit den Magengeräuschen und Blähungen, die Farbe ist unauffällig. In ihrem Verhalten ist sie eher rasseuntypisch zurückhaltend und wirkt „erschöpft“. Die Zunge ist eher blass und dünn, der Puls flach. Sie wird nach Plan gebarft, hat aber rasseuntypisch keinen guten Appetit. Das Fell wirkt eher stumpf, sie ist dünn und die Krallen sind brüchig. Tierärztlich waren keine Auffälligkeiten festzustellen, Blutbilder waren ohne Befund und der Kot frei von Parasiten.
Diagnose nach TCVM: „Milz Qi Schwäche“ - In der TCVM kontrolliert die Milz die Säfte. Die reinen Säfte steigen nach oben zur Lunge, welche sie verteilt, die unreinen werden nach unten zu Leber und Nieren weitergeleitet, dort verarbeitet und ausgeschieden. Ist die Milz geschwächt, ist der Abtransport und die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten mangelhaft, es kommt zur Verschlackung des Organismus. Allgemeine Schwäche, wenig Appetit, Völlegefühl mit Blähungen und Durchfall sind die Folge.
Theapieplan: Der aktuelle Futterplan wird angepasst. Beim Futter werden mehr aufbauende, Kälte vertreibende Fleisch-, Gemüse und Obstsorten gewählt und das Futter wird vorerst gekocht, um der Milz zusätzliche Energie zu Verfügung zu stellen und das Verdauungssystem zu entlasten. Aus einer breiten Auswahl traditioneller "TCM Formeln" wird die Kräutermischung ermittelt, die Säfte und Energie im Körper in Bewegung bringt, um Überschüsse, Schadstoffe und Feuchtigkeit loszuwerden, zusätzlich wird mittels Akupunktur der Darm unterstützt, um die feuchte Kälte auszuleiten.


Fallbeispiel 2: Labradorüde, 5 Jahre alt, 28kg schwer, Durchfall und Verstopfung treten im Wechsel auf. Er ist ein Draufgänger, der viel bellt und leicht reizbar ist. Mit anderen Rüden kommt er nicht klar, es kam auch schon zu Beißereien. Er bekommt ein hochwertiges Trockenfutter, das aber nur zögerlich und oft nicht aufgefressen wird. Er frisst allerdings häufig Gras und neigt zu Blähungen. Hin und wieder hat er Bauchschmerzen. Vor allem Abends sind die Augen gerötet und er schläft lieber auf dem Boden als in seinem Körbchen. Die Zunge ist kräftig und rot, auch der Puls ist kraftvoll. Er neigt zu Verspannungen und lahmt hin und wieder. Beim Tierarzt konnte nichts festgestellt werden.
Diagnose nach TCVM: „Leber Qi Stagnation“ - In der traditionellen chinesischen Medizin ist die Leber verantwortlich für den harmonischen und freien Fluss der Energie. Durch eine Leber Qi Stagnation wird der freie Energiefluss zu den Extremitäten gestört, es entsteht eine Hitze im Körperinneren, die Feuchtigkeit fehlt. Eine Stagnation ist eine Fülle-Situation. Wenn die Leber staut, wird nicht genug Galle gebildet, wodurch unter anderem die Fettverdauung gestört ist. Magenbeschwerden und Übelkeit sind die Folge. Durch die Blockade wird die Verdauung gestört, was sich sowohl in Blähungen und Durchfall, als auch in Verstopfung äußern kann. Die Bänder und Sehnen werden nicht richtig befeuchtet und die Muskeln schlechter versorgt, so entstehen verschiedene orthopädische Probleme. Hitze steigt nach oben, Energie ist gestaut und kann sich in Aggressionen entladen.
Theapieplan: Als erster Schritt erfolgt eine Nahrungsumstellung von Trockenfutter auf BARF. Trockenfutter trocknet den Körper weiter aus, die Umstellung auf die rohe Fütterung verhindert weiteres Austrocknen und gibt zusätzliche Feuchtigkeit. Die Hauptbestandteile bei der Fütterung sind kühlende Lebensmittel, der Schwerpunkt liegt also speziellen Sorten Fleisch, Gemüse und Obst. Getreide wird in seinem Fall gemieden. Eine traditionelle Kräutermischung, die das Leber-Qi zerstreut, die Hitze verteilt und zusätzlich die Transport- und Transformationsfunktion der Milz stärkt, wird unterstützt durch zwei Vitalpilze, die zur Darmsanierung verwendet werden. So werden Störungen der Darmflora reguliert, die Darmschleimhaut geschützt und gereneriert und sein überreiztes Verdauungssystem beruhigt.

Oberflächlich betrachtet haben beide Hunde das gleiche Problem: "Verdauungsbeschwerden mit häufigem Durchfall und wenig Appetit". Eine Behandlung, die nur auf das Hauptproblem eingeht, wäre also bei beiden dieselbe. Vergleicht man jedoch beide Fälle im Detail, werden die Unterschiede deutlich. Aus TCVM Sicht leidet einer der Hunde unter einem Mangel, der andere an einer Füllesituation. Einer ist geschwächt, beim anderen muss die Stagnation gelöst und die Säfte in Bewegung gebracht werden. Dementsprechend muss der eine aufgebaut, "erwärmt" und der andere "abgekühlt" werden. Die ausführliche Diagnostik, die die traditionelle chinesische Medizin ermöglicht, ist für einen passenden Therapieplan unerlässlich.
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