Futterplan in Theorie und Praxis
Mit der Rohernährung versuchen wir uns am Beispiel eines Beutetiers zu orientieren, d.h. bei der Erstellung eines Futterplanes unterteilen wir die verschiedenen Teile „der Beute“ in Gruppen und haben so eine grobe Linie der Mengenberechnung. Die Futtermenge ist abhängig von Gewicht, Alter, Aktivitätsgrad und Gesundheitszustand des Hundes.
Futtermenge insgesamt 2% -3% des Körpergewichts eines ausgewachsenen Hundes
ist der Hund sehr aktiv und schlank eher 3%
ist der Hund eher träge und vollschlank 2%-2,5%
Von der Futtergesamtmenge 20% Obst und Gemüse
Von der Futtergesamtmenge Ca. 70% Fleisch
(und Innereien)
Ca. 10% fleischige Knochen
Barfportion
Es gibt viele Bücher, die gute Anregungen und Vorschläge für Futterpläne bieten. Anfänglich kann es eine große Hilfe sein, seinem Hund einen individuell abgestimmten Ernährungsplan zu erstellen oder erstellen zu lassen. Dieser hilft einen Überblick zu haben und stellt sicher, dass die Nahrungsbedürfnisse ihres Hundes gedeckt sind. Gerade bei Unverträglichkeiten oder Allergien, chronischen Problemen oder besonders anspruchsvollen Hunden existieren hier häufig Unsicherheiten. Kommen Sie mit ihrem Hund vorbei, gerne stellen wir mit Ihnen persönlich ihren Futterplan zusammen. Außerdem gibt es die Möglichkeit online einen ersten Ernährungsplan zu erstellen.
Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
250g Wildfleisch
60g Hühnerfett
250g Hühnerhälse
200g grünes Gemüse
1 Eigelb
2EL Kokosraspeln
250g Wildfleisch
160g Lammleber
60g Hühnerfett
150g Obst
100g Quark
3g Seealgenmehl
250g Putenfleisch
40g Kokosfett
250g Hühnerhälse
1EL Blut
200g Gemüse
1EL Lachsöl
250g Putenfleisch
250g Lammherz
250g Lammpansen
1EL Blut
2EL Kokosraspeln
1EL Lachsöl
250g Lammfleisch
200g Lammniere
250g Gemüse
20g Kefir
1 Eigelb
1EL Lachsöl
250g Lammfleisch
200g Hühnerhälse
150g grünes Gemüse
100g Obst
35g Hüttenkäse
1EL Lachsöl
250g Lammfleisch
500g Lammpansen
1EL Blut
2EL Kokosraspeln
1EL Lachsöl
3g Seealgenmehl
So könnte ein Wochenplan für einen 38kg schweren, 6 Jahre alten, kastrierten Schäferhundrüden aussehen.

Futterknochen In den meisten Köpfen ist – dank der Werbung – fest verankert, dass unsere Hunde nur gesund bleiben können, wenn sie täglich mit einem „ausgewogenem“ Fertigfutter versorgt werden. Wenn wir anfangen, uns darüber Gedanken zu machen, wird uns relativ schnell bewusst, dass das nicht die einzige Lösung sein muss.
Denken sie einfach an ihre eigene Ernährung und lassen sie sich nicht verunsichern. Wer von uns schafft es denn tatsächlich, sich täglich ausgewogen zu ernähren? Und so ist es auch mit unseren Hunden. Ausgewogenheit wird nicht nur erreicht, wenn wir uns jeden Tag penibel an einen ganz bestimmten Speiseplan halten!
Ausgewogenheit bedeutet in diesem Fall, innerhalb eines bestimmten Zeitraums dem Hundeorganismus das Lebensnotwendige zuzuführen. Wenn sie also ihrem Hund verschiedene Fleischquellen (z.B. Rind, Geflügel, Kaninchen, Wild, Pferd, Schaf oder Fisch) verfüttern, sowohl Muskelfleisch als auch Knochen und Innereien füttern und ein facettenreiches Angebot an Gemüse, Obst und Öl dazugeben, dann gleichen sich Mängel oder ein Überangebot einer einzelnen Mahlzeit immer aus. Sicherlich kann man beim Rohfüttern auch Fehler machen, man sollte sich auf jeden Fall Grundlagen anlesen oder sich das Konzept bei einem Ernährungsberater erklären lassen.

Fleisch und Knochen

Muskelfleisch Die Grundlage beim barfen sind Fleisch, Knochen, Innereien und Fette.
Hierbei besteht der größte Anteil der Rohfütterung aus Fleisch und macht etwa die Hälfte des tierischen Futteranteils aus. Zum Fleisch zählt alles an Muskelfleisch, Kronfleisch, Zunge, Kopf- und Maulfleisch und Magen. Da Fett ein sehr wichtiger Energielieferant ist, sollte nicht nur mageres Fleisch gefüttert werden.
Muskelfleisch und Innereien Der nächste Anteil der tierischen Erzeugnisse sind Innereien. Sie sollten etwa einen Anteil von 10% - 15% des Gesamtfleischanteils ausmachen. Zu den Innereien gehören u.a. Leber, Niere, Herz, Milz und Lunge.
Hähnchenhälse Die letzte Gruppe der tierischen Erzeugnisse sind Knochen und teilweise Knorpel. Knochen sind der Haupt-Kalzium-Lieferant und beinhalten Mineralien und Vieles mehr. Sie bieten dem Hund Beschäftigung und reinigen zudem die Zähne. Die Knochen sollten etwa 5% (blanke Knochen) bzw. 10% (rohe, fleischige Knochen ) der Gesamtration ausmachen. Knochen niemals gekocht anbieten, da diese stark splittern können.

Obst und Gemüse

Eine weitere Grundlage des biologisch, artgerechten rohen Futters stellen Obst und Gemüse dar. Da dem Hund die nötigen Enzyme fehlen, um Zellulose – ein Bestandteil der Zellwände von Obst und Gemüse – zu verdauen, müssen die Zellstrukturen bei pflanzlichen Futtermitteln aufgeschlossen werden.
Dieses wird zumindest teilweise erreicht, indem man das Gemüse fein püriert, gefriergetrocknet oder dünstet. So bekommt der Hund über das Obst und Gemüse einige Vitamine, Mineralien und Enzyme. Die Hauptversorgung geschieht jedoch über die Fütterung von Innereien. Neben diesem Aspekt haben die pflanzlichen Anteile durch ihre Faserstoffe vor allem die Aufgabe, den Hundedarm bei der Pflege bzw. Reinigung zu unterstützen. Sie lockern den Stuhl auf und regen die Darmbewegung an. Die meisten Obst- und Gemüsesorten sind für Hunde gut bekömmlich - je reifer desto besser. Die Verträglichkeit und geschmacklichen Vorlieben sind jedoch bei jedem Hund verschieden. Kohlsorten und Pflaumen verursachen häufig Blähungen. Generell nicht gefüttert werden sollten: Grüne Tomaten, grüne Paprika, rohe Kartoffen, Weintrauben (Rosinen), Avocado, Auberginen und Zwiebeln.
Gemüsesorten

Öle und Fette

Olivenöl Fett ist der Haupt­energie­lieferant. Es liefert dem Hund die meiste Energie und kann leicht verdaut werden. Die Vitamine E, D, K und A sind fettlöslich. Mit der Zugabe von Ölen und Fetten wird deren Aufnahme­fähigkeit gefördert. Die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren gehören zu den essentiellen Fettsäuren für Hunde. Der Hund kann diese Fettsäuren nicht selber herstellen und muss sie deshalb über die Nahrung aufnehmen. Essentielle Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle in vielen Stoff­wechsel­prozessen.
Omega-6- befindet sich in fettem Fleisch, beim BARF ist der Hund damit in der Regel gut versorgt. Zur Nahrungsergänzung eignen sich Öle mit einem hohen Omega-3-Fettsäuregehalt, wie Hanf-, Lein-, Lachs- oder Krillöl.

Milchprodukte

Diese Nahrungsmittel können gut als alternative Fett- und Eiweißquellen bei der Rohfütterung eingesetzt werden. Hierbei ist zu beachten, dass der Hund bei der Fütterung von reiner Milch mit weichem Stuhl oder sogar Durchfall reagieren kann. Das liegt daran, dass viele Hunde das Enzym Laktase nicht (mehr) besitzen, um den Milchzucker zu verstoffwechseln. Alternativ können Kefir, Butter- oder Ziegenmilch, Hüttenkäse und Quark verfüttert werden. Vorraussetzung dabei ist, dass der Hund den zwar niedrigen, aber meist vorhandenen, Milchzuckergehalt verträgt. Um die Verträglichkeit zu testen, fängt man einfach mit kleinen Mengen an.

Getreide

Das Füttern von Getreide ist umstritten. Getreide ist für einige Hunde sehr schwer verdaulich und benötigt eine wesentlich längere Verdauungszeit als Fleisch oder püriertes Gemüse. Ausserdem kann es zu Unverträglichkeiten und Blähungen führen, Allergien auslösen und Übergewicht fördern. Hunde, die unter Arthrose leiden oder anfällig für Zahnstein sind, sollten auf Getreide verzichten.
Viele Hunde vertragen aufgeschlossenes Getreide sehr gut, in dem Fall ist es eine gute Energiequelle und kann helfen, Gewicht zuzulegen. Je nach Getreide liefert es Rohfasern, essentielle Fettsäuren, Mineralstoffe, Vitamine und Kohlenhydrate. Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste enthalten Gluten, was von einigen Hunden nicht vertragen wird. Glutenfreie Sorten sind: Mais, Reis, Hirse und Bambussamen, zu den Pseudogetreiden (auch glutenfrei) zählt man Buchweizen, Amarant, Quinoa oder Chia.
Vollkornflocken oder Schrot können über Nacht in kaltem Wasser einweichen oder gekocht werden. Reis, Nudeln und Co. sollten vor dem Verfüttern gekocht werden. Zu beachten ist hier, dass man Getreide nicht mit Fleisch in einer Portion vermischen sollte, da das Mischen, wegen der unterschiedlichen Verdaulichkeit, zu Blähungen oder Verdauungsstörungen führen kann. Außerdem bindet Phytinsäure Mineralstoffe, weswegen vor allem wenn Mais, Weizen, Gerste oder Roggen gefüttert wird, der Knochenanteil erhöht werden muss.

Nüsse, Samen, Fisch und Eier

Nüsse, Kerne und Samen sind besondere Kraftpakete: Sie haben viele Mineralien, Vitamine und vor allem gesunde Fette. Ausgenommen sind Mandeln, Macadamianüsse, unreife Walnüsse, Muskatnuss und Erdnüsse, diese sind nicht für Hunde geeignet. Amygdalinhaltige Kerne sollten eher gemieden werden.
Fisch ist meistens reich an Omega-3-Fettsäuren und leicht verdaulichem Eiweiß und eignet sich durchaus als Hundefutter. Auch hier gilt natürlich: roh füttern! Vor pazifischem Lachs wird gewarnt, da er häufig mit Rickettsien (Bakterien), belastet ist. Einige Fische enthalten ein Enzym, welches Vitamin B1 zerstört. Diese Fische sollten nicht zu häufig auf dem Speiseplan stehen.
Eier enthalten neben Proteinen und Fetten viele Vitamine, essentielle Fettsäuren und Spurenelemente. Zusätzlich ist die Eierschale ein hervorragender Kalziumlieferant. Generell kann das ganze Ei gefüttert werden, bei kleineren Hunden sollte man auf das Eiklar verzichten, dieses enthält Enzyme, welche die Eiweißverdauung hemmen und Biotin binden. Frische Forelle

Algen und andere Schätze der Natur

Einige synthetisch hergestellte Vitamine und Nahrungsergänzungen können vom Hundekörper nur begrenzt verwertet werden. Das kann zur Folge haben, dass sich Kristalle im Körper bilden und Auslöser für Arthrose, Nieren-, Gallen- und Harnsteine werden. Die Natur bietet viele alternative Möglichkeiten natürliche Zusätze zu nutzen, die positive Eigenschaften besitzen, ohne den Körper des Hundes zu belasten.
Beispielsweise sind einige Meeresalgen wie Spirulina, Chlorella und Ascophyllum nodosum sehr reich an Mineralien, Spurenelementen und Proteinen. Sie enthalten alle wichtigen Aminosäuren, außerdem Zink, Jod und Kupfer. Bienen-Kittharz (Propolis) dient als natürliches Antibiotikum, das keine Resistenzen bildet und Grünlippmuschelextrakt enthält neben Mineralien und Spurenelementen auch Glykosaminoglykane, einen wichtigen Bestandteil in der Rohernährung und zur Unterstützung der Gelenke.
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